
Das Regressrisiko für Kfz-Gutachter bezeichnet die Gefahr, für fehlerhafte Gutachten finanziell haftbar gemacht zu werden. Nach aktueller BGH-Rechtsprechung zahlen Versicherer Schäden zunächst, nehmen aber anschließend den Gutachter in Regress, wenn dessen Kalkulation unzutreffend war. Das Risiko hat dadurch spürbar zugenommen.
Im Folgenden erfährst du, warum das Regressrisiko für Kfz-Gutachter aktuell steigt, welche rechtlichen Hintergründe dahinterstehen und wie du dich in der Praxis wirksam davor schützen kannst.
Inhaltsverzeichnis
Mit einem Urteil aus dem Jahre 2024 hat der Bundesgerichtshof (BGH) die Spielregeln in der Unfallschadenregulierung spürbar verschoben. Im Kern stellt das Gericht klar: Das sogenannte Werkstatt- und Prognoserisiko trägt der Schädiger – und damit in der Praxis dessen Haftpflichtversicherung. Für Geschädigte bedeutet das eine deutliche Stärkung ihrer Position. Sie dürfen sich auf das Gutachten eines Kfz-Sachverständigen verlassen und müssen nicht befürchten, auf Mehrkosten sitzen zu bleiben, nur weil sich eine Reparatur im Nachhinein als teurer herausstellt als ursprünglich prognostiziert.
Für Versicherer hat das eine klare Konsequenz: Sie können die Regulierung nicht mehr ohne Weiteres kürzen, nur weil sie einzelne Positionen im Gutachten für überhöht oder fehlerhaft halten. Stattdessen sind sie verpflichtet, den Schaden zunächst vollständig auf Basis des Gutachtens zu begleichen. Ob die Kalkulation im Detail korrekt war, wird damit zunächst zweitrangig – entscheidend ist, dass der Geschädigte sich auf die Einschätzung eines Experten verlassen durfte.
Was auf den ersten Blick nach einer verbraucherfreundlichen Klarstellung klingt, hat jedoch eine zweite Ebene: Das Risiko verschwindet nicht, sondern wird lediglich verlagert. Und genau an dieser Stelle rücken Kfz-Gutachter stärker in den Fokus als zuvor.
Wenn die Versicherung den Schaden zunächst vollständig auf Basis des Gutachtens ausgleicht, ist die Sache damit jedoch nicht beendet. Im Hintergrund entsteht ein zweiter Schritt: der mögliche Regress gegen den Kfz-Gutachter. Hält die Versicherung das Gutachten für fehlerhaft oder nicht plausibel, nimmt sie regelmäßig den Umweg über den Geschädigten und lässt sich dessen etwaige Ansprüche gegen den Sachverständigen abtreten. Anschließend wird der Gutachter direkt in Anspruch genommen, um vermeintlich überzahlte Beträge zurückzufordern.
Diese Vorgehensweise wird in der Praxis zunehmend häufiger beobachtet und hat sich in den letzten Jahren deutlich intensiviert. Während früher vor allem im Verhältnis zwischen Geschädigtem und Versicherung gekürzt wurde, verlagert sich der Streit heute immer öfter in die nachgelagerte Regressebene gegen den Gutachter selbst.
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Die steigende Regresspraxis der Versicherer macht es für Kfz-Gutachter zunehmend wichtig, sich nicht nur fachlich sauber, sondern auch organisatorisch stark aufzustellen. Entscheidend bleibt eine nachvollziehbare, lückenlose Dokumentation sowie eine belastbare Begründung der gewählten Kalkulationen. Denn je besser ein Gutachten im Nachhinein überprüfbar ist, desto geringer ist die Angriffsfläche im Regressfall.
In der Praxis zeigt sich jedoch, dass genau diese Absicherung im Tagesgeschäft schnell unter Druck gerät – Zeit, Fallvolumen und Detailtiefe stehen oft in einem Spannungsverhältnis. Hier setzen spezialisierte Partner wie UNFALLNAVI an, indem sie Gutachter im Hintergrund bei der strukturierten Fallbearbeitung, der Plausibilisierung und der sauberen Aufbereitung der Unterlagen unterstützen. Ziel ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Qualität der Gutachten so abzusichern, dass Regressforderungen erst gar nicht entstehen oder deutlich schwerer durchsetzbar sind.
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Die aktuelle Rechtsprechung verlagert das Risiko in der Unfallschadenregulierung spürbar. Während Geschädigte gestärkt werden und sich auf Gutachten verlassen dürfen, geraten Kfz-Gutachter stärker in den Fokus möglicher Regressforderungen. Versicherer zahlen heute häufiger zunächst vollständig – prüfen aber im Nachgang umso genauer und gehen gezielt gegen vermeintliche Fehler vor.
Für Gutachter bedeutet das: Die Anforderungen an Sorgfalt, Dokumentation und Nachvollziehbarkeit steigen deutlich. Gleichzeitig wächst der Bedarf an verlässlichen Strukturen und starken Partnern im Hintergrund. Wer hier sauber arbeitet und auf Unterstützung setzt, kann das steigende Risiko kontrollieren – und bleibt auch in einem veränderten Marktumfeld rechtssicher aufgestellt.
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Hinweis: Dieser Beitrag enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle rechtliche Beratung.